10G Heimnetzwerk für PC und NAS: Günstiger Einstieg in die Glasfaser-Technik

Wer zu Hause mit einem NAS, einem Schnitt-PC oder größeren Datenmengen arbeitet, stößt mit klassischem Gigabit-Ethernet schnell an Grenzen. In meinem Fall waren PC und NAS ursprünglich mit 1 Gbit/s verbunden. Das funktioniert für normale Dateiablage, Backups und Office-Daten problemlos. Sobald aber große Videodateien, Projektordner oder mehrere hundert Gigabyte bewegt werden, wird 1Gbit schnell zum Flaschenhals.

Typisch sind bei 1Gbit-Ethernet in der Praxis etwa 110 MB/s. Für große Datenmengen ist das langsam. Ein 100-GB-Projekt braucht damit grob 15 Minuten oder länger. Ziel war daher ein günstiges Upgrade auf 10Gbit über Glasfaser beziehungsweise SFP+.

Ausgangssituation

  • NAS und PC waren bisher mit 1Gbit/s angebunden.
  • Praktische Datenrate: etwa 110 MB/s.
  • Große Video- und Projektdaten sollten schneller zwischen PC und NAS übertragen werden.
  • Das Upgrade sollte bezahlbar bleiben und gleichzeitig als Einstieg in 10G-SFP+/Glasfasertechnik dienen.

Ziel des Upgrades

Das Ziel war eine direkte 10Gbit-Anbindung zwischen Schnitt-PC und TrueNAS-System über einen günstigen 10G-fähigen Switch. Die Lösung sollte im Homelab bezahlbar bleiben, aber trotzdem messbar echte 10G-Leistung liefern.

Verwendete Hardware

Komponente Beschreibung Kosten
10G-Netzwerkkarte 2x Intel X520 PCIe 10G-Karte von 10Gtek ca. 100 €
SFP+-Module 2× 10Gtek 10G SFP+ Module ca. 29 €
Switch SODOLA SL-8T2XS-WEB ca. 79 €
Kabel OM-4 mit 50m ca. 35 €
Gesamt 10G-Strecke PC ↔ NAS ca. 243 €

Der Switch: SODOLA SL-8T2XS-WEB

Der SODOLA SL-8T2XS-WEB ist ein günstiger Web-Managed-Layer-2-Switch mit acht 2.5G-RJ45-Ports und zwei 10G-SFP+-Ports. Damit eignet er sich gut als kleiner Homelab-Switch, wenn man einige Multi-Gigabit-Geräte und zusätzlich zwei schnelle SFP+-Verbindungen betreiben möchte.

Merkmal Daten
Modell SODOLA SL-8T2XS-WEB
Switch-Typ Web Managed Layer 2
RJ45-Ports 8× 100M/1G/2.5G
SFP+-Ports 2× 10G SFP+
VLAN 802.1Q VLAN, tagged/untagged Ports
Weitere Funktionen QoS, IGMP Snooping, Port-Statistiken, Link Aggregation je nach Firmware
Layer 3 / Routing Nein, als Layer-2-Switch einzuordnen

Wichtig: Der Switch ist kein Router und keine Firewall. VLANs, Trunks und Access-Ports kann er übernehmen. Routing zwischen VLANs, Firewall-Regeln, DHCP und NAT gehören auf einen Router beziehungsweise eine Firewall, zum Beispiel OPNsense.

Warum SFP+ und Glasfaser?

10Gbit lässt sich grundsätzlich auch über Kupfer realisieren. Für mein Setup war SFP+ mit Glasfaser aber die attraktivere Lösung. SFP+-Module und Glasfaserkabel bleiben thermisch meist entspannter als 10GBASE-T-Module über RJ45. Außerdem ist Glasfaser elektrisch entkoppelt und gut geeignet, wenn später längere Strecken zwischen Räumen oder Etagen überbrückt werden sollen.

Für kurze Strecken im Homelab reichen 10G-SFP+-Module und passende Glasfaser-Patchkabel völlig aus. Im Test wurden PC und TrueNAS über den SODOLA-Switch mit 10G-SFP+ verbunden.

Testaufbau

Bereich Beschreibung
Client Windows-PC / Schnitt-PC
Server TrueNAS SCALE
Netzwerk 10G SFP+ über SODOLA SL-8T2XS-WEB
Messwerkzeuge iPerf3, CrystalDiskMark, SMB-Kopiertest, Switch-Port-Counter, TrueNAS ethtool/ip

Testergebnisse

1. iPerf3: PC zu TrueNAS

Der erste Test prüfte die Richtung vom Windows-PC zum TrueNAS-System.

Richtung Ergebnis
PC → TrueNAS ca. 9,27–9,41 Gbit/s

Damit wurde die 10G-Verbindung in dieser Richtung praktisch vollständig ausgenutzt.

2. iPerf3: TrueNAS zu PC

In Gegenrichtung zeigte sich, dass ein einzelner TCP-Stream nicht die volle Bandbreite ausnutzt. Mit mehreren parallelen Streams skalierte die Verbindung jedoch sauber hoch.

Richtung Streams Ergebnis
TrueNAS → PC 1 ca. 1,3–1,7 Gbit/s
TrueNAS → PC 4 ca. 6,18 Gbit/s
TrueNAS → PC 8 ca. 9,49 Gbit/s

Das Ergebnis zeigt: Die physische 10G-Strecke ist schnell genug. Die Limitierung bei einem einzelnen Stream liegt eher im Bereich TCP, Treiber, Receive-Queues oder Betriebssystemverhalten.

3. Bidirektionaler iPerf3-Test

Im bidirektionalen Test wurden beide Richtungen gleichzeitig belastet.

Richtung Ergebnis
PC → TrueNAS gleichzeitig ca. 8,95–8,97 Gbit/s
TrueNAS → PC gleichzeitig ca. 9,43–9,46 Gbit/s

Damit konnte die Verbindung im Test nahezu Full-Duplex-10Gbit-Leistung liefern. Unter maximaler Last traten TCP-Retransmits auf, jedoch keine Port-Fehler am Switch. Das spricht eher für Buffer-/TCP-/Treiberverhalten unter Volllast als für ein physisches Problem.

4. Switch-Port-Counter

Nach den Lasttests wurden die Fehlerzähler der SFP+-Ports geprüft.

Port Link Send Errors RX Errors Bewertung
Port 9 10Gbps Full 0 0 sauber
Port 10 10Gbps Full 0 0 sauber

Auch nach hohen Datenmengen und bidirektionalen Tests blieben die 10G-Ports fehlerfrei.

5. CrystalDiskMark auf dem Netzlaufwerk

Zusätzlich wurde ein CrystalDiskMark-Test auf dem TrueNAS-Netzlaufwerk durchgeführt.

Test Lesen Schreiben
SEQ1M Q8T1 ca. 1068 MB/s ca. 698 MB/s
SEQ128K Q32T1 ca. 797 MB/s ca. 599 MB/s
RND4K Q32T16 ca. 72 MB/s ca. 39 MB/s
RND4K Q1T1 ca. 10,6 MB/s ca. 8,5 MB/s

Für große Videodateien und sequentielle Transfers sind vor allem die SEQ-Werte relevant. Die erreichten Werte sind für ein günstiges 10G-Homelab-Setup sehr ordentlich.

6. SMB-Kopiertest und SMB Multichannel

Beim Kopieren vom NAS auf die lokale NVMe-SSD des PCs lag die Geschwindigkeit zunächst nur bei etwa 279 MB/s. Die Analyse zeigte, dass SMB Multichannel auf TrueNAS deaktiviert war. Nach Aktivierung stieg die reale Kopierleistung deutlich.

Zustand NAS → PC
SMB Multichannel deaktiviert ca. 279 MB/s
SMB Multichannel aktiviert ca. 593 MB/s

Windows bestätigte anschließend eine aktive SMB-Multichannel-Verbindung. Für den praktischen Einsatz ist das ein wichtiger Punkt: Die reine Netzwerktechnik kann 10G liefern, aber SMB- und Betriebssystemeinstellungen entscheiden mit darüber, wie viel davon im Alltag ankommt.

7. TrueNAS-NIC-Statistiken

Auch die Netzwerkschnittstelle auf TrueNAS wurde geprüft. Die relevanten Fehlerzähler blieben sauber.

Zähler Ergebnis
RX errors 0
TX errors 0
RX CRC errors 0
RX frame errors 0
RX FIFO errors 0
RX missed errors 0
RX no buffer count 0

Damit gab es keine Hinweise auf physische Fehler der Glasfaserstrecke, der SFP+-Module oder der Netzwerkkarte.

8. Temperatur unter Last

Während der Lasttests zeigte der Switch etwa 63 °C an. Für einen kompakten, günstigen 10G-SFP+-Switch unter hoher Last ist das warm, aber im Test unkritisch. Es traten keine Link-Drops, keine Drosselung und keine Port-Fehler auf.

Was hat das Upgrade gebracht?

Szenario Geschwindigkeit
Vorher: 1Gbit NAS zu PC ca. 110 MB/s
Nachher: SMB-Kopie NAS zu PC ca. 593 MB/s
Nachher: CrystalDiskMark Lesen bis ca. 1068 MB/s
Nachher: iPerf3 netto bis ca. 9,5 Gbit/s

Damit wurde die praktische Kopierleistung gegenüber 1Gbit deutlich erhöht. Statt rund 110 MB/s sind im Alltag mehrere hundert MB/s möglich. Unter optimalen Bedingungen sind lesend über das Netzlaufwerk sogar Werte im Bereich von rund 1 GB/s erreichbar.

Fazit

Der günstige Einstieg in 10Gbit über SFP+ und Glasfaser hat sich gelohnt. Für rund 243 € ließ sich eine schnelle Verbindung zwischen PC und TrueNAS aufbauen, die in iPerf3 nahezu volle 10Gbit-Leistung erreicht und auch in realen SMB-Transfers deutlich schneller ist als ein klassisches 1Gbit-Netz.

Der SODOLA SL-8T2XS-WEB ist kein Enterprise-Core-Switch. Die Weboberfläche ist einfach und die Firmware wirkt eher budgettypisch. Die reine Switching-Leistung im Test war jedoch überzeugend: Die 10G-Ports blieben auch unter Last fehlerfrei.

Wichtig ist: 10Gbit endet nicht beim Einstecken der Glasfaser. Für gute Praxiswerte müssen auch SMB, Treiber, Betriebssystem, NAS-Konfiguration und Datenträgerleistung passen. In diesem Test brachte insbesondere die Aktivierung von SMB Multichannel auf TrueNAS einen deutlichen Leistungssprung.

Für Homelab, Videoschnitt, große Dateiablagen und schnelle NAS-Anbindung ist diese Lösung preislich sehr attraktiv. Wer maximale Stabilität, zentrale Verwaltung und langfristigen Herstellersupport benötigt, sollte zu höherwertigen Switches greifen. Für den günstigen Einstieg in 10G-SFP+ liefert dieses Setup aber ein starkes Ergebnis.

Der Artikel enthält Affiliate Links. Der Preis bleibt gleich und wir bekommen eine kleine Provision für die Empfehlung.

USV im Homelab

TrueNAS Scale und Proxmox sicher per USV herunterfahren – APC Back-UPS mit NUT Remote Shutdown

In vielen kleinen Unternehmen oder Homelabs laufen heute mehrere Systeme parallel:
ein NAS mit TrueNAS Scale, ein Virtualisierungshost mit Proxmox und verschiedene
Netzwerkgeräte wie Router oder Switches.

Ein kurzer Stromausfall reicht oft schon aus, um virtuelle Maschinen, ZFS-Pools
oder laufende Dienste unsauber zu beenden. In diesem Beitrag zeige ich ein
einfaches und zuverlässiges Setup, mit dem TrueNAS Scale als zentraler
UPS-Master arbeitet und einen Proxmox-Host automatisch mit herunterfährt.

Ziel des Setups

  • TrueNAS Scale direkt per USB an die USV anbinden
  • Proxmox als Remote-Client überwachen lassen
  • Automatischer Shutdown bei Stromausfall
  • Sauberes Herunterfahren von VMs und ZFS
  • Router/Fritz!Box möglichst lange weiterlaufen lassen

Verwendete Hardware

  • APC Back-UPS RS 550G
  • TrueNAS Scale
  • Proxmox VE
  • Lokales Netzwerk

Architektur

USV (USB)
   │
   └── TrueNAS Scale (NUT Master)
            │
            └── Netzwerk
                    │
                    └── Proxmox VE (NUT Client)
  

TrueNAS Scale konfigurieren

Die USV wird direkt per USB mit dem TrueNAS-System verbunden.
TrueNAS arbeitet anschließend als zentraler NUT-Server.

UPS-Service aktivieren

  • System Settings → Services → UPS
  • UPS Mode: Master
  • Driver: APC ups 2 Back-UPS Pro USB
  • Port: automatisch erkannt

Empfohlene Einstellungen


Shutdown Mode: UPS goes on battery
Shutdown Timer: 30
Host Sync: 15
Power Off UPS: deaktiviert
  

Remote Monitoring aktivieren

Wichtig: „Remote Monitor“ aktivieren, damit andere Systeme
den UPS-Status abrufen können.

Optionaler Runtime Override

Besonders bei APC Back-UPS Geräten kann die Runtime-Schätzung
ungenau sein. Ein konservativer Override ist daher sinnvoll.


override.battery.runtime.low = 60
  

Status der USV prüfen


upsc ups@localhost
  

Wichtige Werte:


battery.runtime
battery.runtime.low
battery.charge
ups.status
  

Proxmox als NUT-Client konfigurieren

NUT installieren


apt update
apt install nut-client
  

/etc/nut/nut.conf


MODE=netclient
  

/etc/nut/upsmon.conf


MONITOR ups@192.168.178.100 1 upsmon fixmepass slave
MINSUPPLIES 1
SHUTDOWNCMD "/sbin/shutdown -h now"
POWERDOWNFLAG /etc/killpower
  

Dabei ist:

  • 192.168.178.100 = IP des TrueNAS-Servers
  • ups = Name der USV
  • upsmon/fixmepass = Monitor-User aus TrueNAS

Dienst aktivieren


systemctl enable nut-client
systemctl restart nut-client
  

Verbindung testen

Port-Test


nc -zv 192.168.178.100 3493
  

UPS-Status abrufen


upsc ups@192.168.178.100
  

Log überwachen


journalctl -f | grep -Ei "ups|nut|shutdown|fsd"
  

Praxis-Test

Nach Trennung der Netzspannung sollte folgender Ablauf sichtbar sein:


UPS on battery
→ Shutdown Timer startet
→ FSD (Forced Shutdown)
→ Proxmox fährt herunter
→ TrueNAS fährt herunter
  

Wichtige Erkenntnisse

  • Günstige APC Back-UPS Modelle liefern oft ungenaue Runtime-Werte
  • Nach Akkuwechseln muss sich die Kennlinie teilweise neu einlernen
  • Ein konservativer Timer ist zuverlässiger als Prozentanzeigen
  • 30 Sekunden sind in kleinen Umgebungen meist ausreichend

Fazit

Für kleine Serverumgebungen ist dieses Setup überraschend effektiv.
Selbst günstige APC Back-UPS Modelle reichen aus, um TrueNAS und Proxmox
sauber herunterzufahren und Datenverlust zu vermeiden.

Wer später mehr Monitoring, genauere Akkuwerte oder SNMP nutzen möchte,
kann jederzeit auf eine APC Smart-UPS wechseln.

Für Homelabs, kleine Büros oder private Virtualisierungsumgebungen ist die
Kombination aus TrueNAS Scale, Proxmox und NUT bereits eine sehr robuste
und professionelle Lösung.

Praxis-Eventlog des automatischen Shutdowns

Das folgende Eventlog zeigt den tatsächlichen Ablauf eines simulierten Stromausfalls.
TrueNAS Scale war per USB direkt mit der USV verbunden und arbeitete als zentraler
NUT-Master. Proxmox war als sekundärer NUT-Client über das Netzwerk angebunden.

Zeitlicher Ablauf

Zeit System Ereignis Erklärung
14:33:05 Proxmox Kurzzeitiger Verlust der UPS-Kommunikation Proxmox verlor kurzzeitig die Verbindung zum NUT-Server auf TrueNAS.
Solche kurzen Unterbrechungen können bei Dienstneustarts oder Polling-Wechseln auftreten.
14:33:10 Proxmox UPS-Kommunikation wiederhergestellt Die Verbindung zum TrueNAS-NUT-Server wurde erfolgreich wieder aufgebaut.
Das Remote-Monitoring funktionierte wieder korrekt.
14:33:50 Proxmox USV läuft auf Batterie Proxmox erhielt den Status ONBATT vom TrueNAS-Master.
Die USV hatte damit erfolgreich von Netzbetrieb auf Akkubetrieb umgeschaltet.
14:34:10 Proxmox Forced Shutdown gestartet TrueNAS löste den sogenannten FSD (Forced Shutdown) aus.
Als sekundärer NUT-Client begann Proxmox daraufhin automatisch mit dem Shutdown-Prozess.
14:34:10 Proxmox LOWBATT-Zustand empfangen Zusätzlich wurde der LOWBATT-Status vom NUT-Master übertragen.
Bei günstigen APC Back-UPS Modellen kann diese Einschätzung konservativ ausfallen,
der eigentliche Shutdown wurde hier jedoch über den Timer gesteuert.
14:34:10 Proxmox Automatischer Shutdown gestartet Proxmox führte den konfigurierten Shutdown-Befehl aus und begann mit dem
kontrollierten Herunterfahren des Hosts sowie der virtuellen Maschinen.
14:34:15 TrueNAS Automatischer Power-Fail-Shutdown TrueNAS startete nun den eigenen Shutdown-Prozess,
nachdem zuvor alle verbundenen NUT-Clients informiert wurden.
14:34:20 TrueNAS System Poweroff TrueNAS zeigte die finale Systemmeldung:
„The system will power off now!“
Damit wurde die eigentliche Betriebssystem-Abschaltung eingeleitet.

Gemessene Shutdown-Sequenz


14:33:50  Proxmox erkennt ONBATT
14:34:10  Proxmox erhält FSD und startet Shutdown
14:34:15  TrueNAS startet eigenen Power-Fail-Shutdown
14:34:20  TrueNAS kündigt endgültiges Poweroff an
  

Ergebnis

Der Test zeigte, dass das NUT-Master/Client-Setup korrekt arbeitet:
TrueNAS erkennt das UPS-Event, löst den Forced Shutdown aus
und Proxmox reagiert wie vorgesehen als sekundärer Client.

Der Proxmox-Host begann ungefähr 20 Sekunden nach dem ONBATT-Ereignis
mit dem kontrollierten Shutdown. TrueNAS folgte wenige Sekunden später
und leitete anschließend das endgültige Poweroff ein.

Genau dieses Verhalten ist in kleinen Homelabs oder Büro-Umgebungen erwünscht:
zuerst fährt der Virtualisierungshost sauber herunter,
anschließend folgt das Storage-System.

Netzwerkgeräte wie Router oder Switches können weiterhin an der USV verbleiben
und dadurch noch einige zusätzliche Minuten online bleiben.

Proxmox VE auf dem HP EliteDesk 800 G6 Mini – Konzept, bekannte NIC-Probleme und stabile Lösungen

Der HP EliteDesk 800 G6 Mini ist eine kompakte und leistungsfähige Plattform für kleine Virtualisierungsumgebungen. Mit moderner Intel-CPU, niedrigem Stromverbrauch und kleiner Bauform eignet er sich gut als Edge-Server, Homeserver, Testsystem oder kleiner Firmenserver.

1. Konzept: Proxmox VE auf dem EliteDesk G6 Mini

Der EliteDesk 800 G6 Mini bietet eine solide Basis für Proxmox VE:

  • Intel Core i5 / i7 der 10. Generation
  • bis zu 64 GB DDR4-RAM
  • NVMe-SSD-Speicher
  • sehr niedriger Stromverbrauch
  • kompakte Bauform

Typische Einsatzbereiche sind:

  • kleine Proxmox-Umgebungen
  • lokale Infrastruktur beim Kunden
  • Windows-VMs für Fachsoftware
  • Monitoring mit Checkmk, Prometheus oder Grafana
  • Backup-, Storage- oder Proxy-Dienste

2. Das Problem: Intel I219-LM Netzwerkschnittstelle

Im EliteDesk 800 G6 Mini ist häufig eine integrierte Netzwerkschnittstelle vom Typ Intel Ethernet Connection I219-LM verbaut. Unter Linux wird diese über den Treiber e1000e betrieben.

In Verbindung mit Proxmox VE kann es unter bestimmten Umständen zu sporadischen Netzwerkproblemen kommen.

Typische Symptome sind:

  • kurzzeitige Netzwerkunterbrechungen
  • der Proxmox-Host ist plötzlich nicht erreichbar
  • virtuelle Maschinen verlieren kurzzeitig die Verbindung
  • Monitoring-Systeme melden Host-Ausfälle

Im Kernel-Log können dabei Meldungen wie diese erscheinen:

e1000e: Detected Hardware Unit Hang
NETDEV WATCHDOG: transmit queue timed out

3. Technische Erklärung

Die Intel I219-LM ist kein klassischer Server-Netzwerkcontroller, sondern ein Onboard-Controller, der eng mit dem Chipsatz verbunden ist. Der Linux-Treiber nutzt verschiedene Hardware-Offloading-Funktionen wie TSO, GSO, GRO und Energy Efficient Ethernet.

Unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei Virtualisierung, Energiesparfunktionen oder bestimmten Kernel-/Treiberkombinationen, kann der Controller hängen bleiben. Der Treiber erkennt dies dann als sogenannten Hardware Unit Hang.

4. Softwareseitige Lösung

Eine häufig wirksame Maßnahme ist das Deaktivieren bestimmter Offloading-Funktionen.

Offloading deaktivieren

ethtool -K nic0 tso off
ethtool -K nic0 gso off
ethtool -K nic0 gro off

Energy Efficient Ethernet deaktivieren

ethtool --set-eee nic0 eee off

Damit die Einstellungen dauerhaft aktiv bleiben, können sie in Proxmox in /etc/network/interfaces hinterlegt werden:

auto nic0
iface nic0 inet manual
    post-up ethtool -K nic0 tso off gso off gro off
    post-up ethtool --set-eee nic0 eee off

Anschließend die Netzwerkkonfiguration neu laden:

ifreload -a

Diese Anpassungen können die Stabilität deutlich verbessern. Sie sind aber eher ein Workaround als eine endgültige Lösung.

5. Hardwarelösung: zusätzliche Netzwerkkarte

Für produktive Systeme ist eine separate Netzwerkkarte die sauberere Lösung. Der EliteDesk 800 G6 Mini besitzt eine interne Erweiterungsmöglichkeit, über die sich je nach Ausführung und Adapter eine zusätzliche Netzwerkschnittstelle nachrüsten lässt.

Empfehlenswerte Controller sind:

  • Intel i210
  • Intel i350

Diese Controller sind im Serverbereich lange etabliert und unter Linux sehr gut unterstützt.

Vorteile einer dedizierten Netzwerkkarte:

  • stabilerer Betrieb unter Linux
  • weniger Probleme mit Energiesparfunktionen
  • bessere Eignung für Virtualisierung
  • sauberere Trennung zwischen Management- und VM-Netzwerk

6. Fazit

Der HP EliteDesk 800 G6 Mini ist eine sehr interessante Plattform für kleine Proxmox-Umgebungen. Er ist kompakt, stromsparend und leistungsfähig genug für viele typische Infrastrukturaufgaben.

Die integrierte Intel I219-LM Netzwerkschnittstelle kann unter Linux/Proxmox jedoch problematisch sein. Softwareseitig lässt sich das Risiko durch das Deaktivieren von Offloading- und Energiesparfunktionen reduzieren.

Für produktive Umgebungen empfehle ich dennoch den Einsatz einer dedizierten Intel-Netzwerkkarte, idealerweise mit i210- oder i350-Controller. Damit wird aus dem kleinen Business-PC eine stabile und effiziente Virtualisierungsplattform.

OAUTH mit Authentik – Warum Single-Sign-On für Unternehmen immer wichtiger wird

Viele Unternehmen betreiben heute eine Vielzahl an Webdiensten: Cloud-Speicher, Ticket-Systeme, Projekttools, Monitoring oder interne Dashboards. Jeder dieser Dienste verlangt üblicherweise eigene Benutzerkonten und Passwörter.

Das führt zu drei klassischen Problemen:

  1. Passwort-Chaos – Nutzer verwenden überall unterschiedliche oder unsichere Passwörter.
  2. Administrationsaufwand – Benutzer müssen in jedem System einzeln angelegt oder gelöscht werden.
  3. Sicherheitsrisiken – Wenn ein Konto kompromittiert wird, kann es schwierig sein, den Zugriff zentral zu entziehen.

Hier kommt ein Konzept ins Spiel, das viele aus großen Plattformen bereits kennen: Single Sign-On (SSO).

Eine moderne Lösung für dieses Problem ist Authentik, ein Open-Source Identity Provider. Authentik ermöglicht es, Benutzer zentral zu verwalten und sich mit einem einzigen Login bei mehreren Diensten anzumelden.

Ein typischer Anwendungsfall:

Ein Unternehmen betreibt mehrere interne Dienste:

  • Nextcloud (Dateiablage)
  • Ticket-System
  • Monitoring-Dashboard
  • internes Wiki

Mit Authentik meldet sich der Mitarbeiter nur einmal an und erhält danach Zugriff auf alle freigegebenen Systeme.

Weiterlesen

EOS-SCAM – Bitte aufpassen!

Aktuell kursieren betrügerische Zahlungsaufforderungen, die angeblich vom Inkassodienstleister EOS stammen. Diese Fake-Schreiben sind teils professionell gestaltet, weisen jedoch Merkmale auf, die auf einen Betrugsversuch hindeuten: So werden etwa falsche Richternamen genannt oder eine italienische IBAN zur Überweisung angegeben.

EOS selbst warnt auf seiner Website vor diesen Mails und bietet Betroffenen an, die Echtheit mit Hilfe der Forderungsnummer zu prüfen. Fehlt diese 11-stellige Forderungsnummer im Schreiben, ist dies ein weiterer klarer Hinweis auf einen Betrugsversuch.

OXID und Google Fonts – DSGVO Abmahngefahr und Lösung!

Der OXID Shop verwendet z.B. im Flow Template die Schriftart Raleway aus dem Google Fonts Katalog. Diese Seite wird aus den USA nachgeladen, und die IP des Besuchers an Google übermittelt.

Nun sind einige Abmahnung diesbezüglich unterwegs und wir haben uns entschlossen, die entsprechende Font lokal zu hosten und dem Shop die geänderte Lokation bekannt zu machen.

Was ist nun zu tun?

MailCow – Docker Compose V2 Upgrade

NextCloud bulletproof – Teil 1

Um die Sicherheit der NextCloud Instanz zu erhöhen, arbeiten wir einige Punkte der Testwebsite internet.nl an und sorgen so für einen reibungslosen und abgesicherten Betrieb unserer Cloud.
Was möchten wir erreichen?

Eine möglichst sichere Cloud im Internet, um unsere Daten sicher und privat zu halten.
Dazu sind verschiedene Schritte nötig.

E-Mail Sicherheit – Neue Betrugsversuche

In der letzten Zeit sind einige Sicherheitslücken in den Exchange Servern geschlossen worden, doch die Betrugsversuche gehen weiter.
Heise.de berichtet von einem Betrugsversuch, in der zuvor gestohlene E-Mail Kommunikation dahin gehend genutzt wurde, um über eine Typo-Squatting Domain, in der z.B. Zahlen für Buchstaben eingesetzt werden (he1se.de), eine Zahlung durch den Empfänger zu initiieren.

Anruf von Microsoft – SCAM – Vorsicht!

Eigentlich ein alter Hut:

Jemand ruft an und sagt, er sei von Microsoft und würde Ihnen helfen, den PC zu säubern. In Wirklichkeit wird eine Fernbwartung aufgebaut, das kriminelle Gegenüber verschlüsselt Ihren PC und will dadurch ein „Lösegeld“ erpressen.